Schulschwänzen

geschrieben von: 
medien@saarbruecken.de
Datum: 
Dienstag, 19 Oktober, 2010

Koordiniertes Vorgehen gegen Schulschwänzen

Der Dezernent für Umwelt, Migration und Recht, Kajo Breuer, spricht sich für ein abgestimmtes Vorgehen gegen Schulschwänzen aus. Als Leiter des städtischen Arbeitskreises „Prävention und Innere Sicherheit“ verweist Breuer auf die jahrelange, intensive und erfolgreiche Auseinandersetzung der Landeshauptstadt mit dem Thema.

In dem städtischen Arbeitskreis sind verschiedene Schulen, das Jugendamt, der schulpsychologische Dienst der Landeshauptstadt, die Polizei und soziale Hilfeeinrichtungen des städtischen Schulverwaltungs- und Ordnungsamts, wie beispielsweise „School’s in“ vertreten. Der Arbeitskreis hat 2006 eine spezielle Arbeitsgruppe gebildet. Diese erarbeitete ein Maßnahmenkonzept, das inzwischen an den meisten Grundschulen und vielen weiterführenden Schulen in Saarbrücken praktiziert wird. Eine wichtige Erkenntnis der Arbeitsgruppe war nach Aussage von Breuer, „frühzeitig einzugreifen, den Lehrerinnen und Lehrern Hilfestellung durch Handlungsanleitungen zu geben und die Eltern verstärkt in die Verantwortung zu nehmen“.

Nach vier Jahren werden die Erfolge in der Praxis sichtbar. Ein Kooperationsvertrag mit den Eltern regelt, dass bei unentschuldigten Fehltagen sofort ein Kontakt zwischen Schule und Eltern herzustellen ist. Darüber hinaus erhalten die Schulen einen ausgearbeiteten Verfahrensplan, wie mit dem Problem des Schulschwänzens umzugehen ist. Nach Breuer wird der Plan von den Schulen sehr gut angenommen: „Vorher haben sich Lehrer häufig alleine gelassen gefühlt und waren unsicher, wie sie sich in der konkreten Situation verhalten sollten.“

Schulschwänzen und Schulverweigerung werden nun systematisch früh erfasst. Nach drei unentschuldigten Fehltagen reagieren der Klassenlehrer und die Schulleitung. Zudem werden Entschuldigungen kritisch geprüft. Mittelfristig sollen Förderkonzepte erarbeitet werden, um Problemschüler wieder in die Schule zu integrieren und ihnen einen Schulabschluss zu ermöglichen.

Auch drastische Sanktionen wie Bußgelder und sogenannte polizeiliche Zuführungen werden nicht ausgeschlossen. Den jüngsten Vorschlag, Langzeitarbeitslose gegen Schulschwänzer einzusetzen, weist Breuer hingegen entschieden zurück: „Polizisten sind schon wegen rechtlicher Befugnisse die bessere Wahl. Ganz zu schweigen, dass die Polizeibeamten mit einer höheren Autorität auftreten, sie werden ernster genommen und das ist ja ein wesentliches Ziel, wenn zu einem solchen Mittel gegriffen werden muss. Wer hier Langzeitarbeitslose ins Spiel bringt, muss sich sagen lassen: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht“.

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