Schulbuchausleihe

geschrieben von: 
Regionalverband Saarbrücken
Datum: 
Freitag, 26 März, 2010

Regionalverbandsdirektor kritisiert Schulbuchausleihe
Ausführungsentwurf des Ministeriums für Schulträger nicht akzeptabel

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo erneuerte seine scharfe Kritik an der Schulbuchausleihe. Das Bildungsministerium habe jetzt den Kommunen, Kreisen und dem Regionalverband einen Vereinbarungsentwurf für die weitere Abwicklung der Ausleihe vorgelegt. Damit bestätigten sich die Befürchtungen der kommunalen Seite, dass auf die Eltern im kommenden Schuljahr erhebliche Mehrkosten zu kommen. Das könnten an einzelnen Gymnasien bis zu 110 € sein, während im laufenden Schuljahr 60 € die absolute Obergrenze waren.

Peter Gillo: „Und damit nicht genug. In dem Entwurf versucht das Ministerium, die Schulträger als die Verantwortlichen für die steigenden Gebühren hinzustellen. Wörtlich heißt es da, dass das Land die Leihentgelte `auf Vorschlag der Schulträger´ festlegt. Das ist für mich völlig inakzeptabel. Das sieht ja so aus, als ob wir hier einen Gestaltungsspielraum haben. Dabei hat das Ministerium klar festgelegt, dass wir den Ersatz der Bücher nach drei

Einsatzjahren mit dem Geld aus der Leihgebühr ersetzen müssen.“

Auch einen weiteren Passus in dem Entwurf hält Gillo für eine Farce. Dem Schulträger solle es unbenommen bleiben, zusätzlich zu den Leihentgelten noch eine kostendeckende Verwaltungskostenpauschale von den Eltern zu erheben. Das Land wolle aber bei der Begrenzung auf neun Euro bleiben, die es pro Jahr und Schüler den Schulträgern erstattet. Würde der Regionalverband seine nicht vom Land erstatteten Kosten, die in diesem Jahr bei rund 450.000 € liegen, umlegen, dann müsste jeder Schüler noch über 30 € zusätzlich zahlen. Damit würde kaum noch einer an dem Leihsystem teilnehmen.

Überhaupt wälze das Land viele Risiken gerne auf die Schulträger ab. Wenn Eltern die Ausleihgebühr nicht bezahlen oder nicht für unbrauchbar gewordene Bücher aufkommen, müssen Kommunen, Kreise und Regionalverband das Geld zivilrechtlich einklagen.

Peter Gillo abschließend: „Diese bürokratische Leihsystem wird immer komplizierter und für die Eltern teurer. Angesichts der enormen Verwaltungskosten stellt sich mir die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn das Land die Lernmittelfreiheit einführt und die Ausleihe kostenlos macht.“

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