Spatenstich für Grüne Insel Kirchberg

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Stadtentwicklung

Britz setzt Spatenstich zur Neugestaltung des Kirchbergs – Areal im Unteren Malstatt wird zur „Grünen Insel“

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hat am 11. Juni den Spatenstich zur Neugestaltung des Kirchbergs im Unteren Malstatt gesetzt. Die 1,6 Hektar große und bislang heterogene Grünfläche im ansonsten dicht bebauten Zentrum des Stadtteils soll ein für alle Generationen und Ethnien gleichermaßen lebendiger Ort werden. Das Areal soll zur „Grünen Insel Kirchberg“ werden. Ein Ort, an dem Kinder gerne spielen, Jugendliche Sport treiben und Erwachsene sich in ihrer Freizeit treffen. Gemeinsam mit 21 Institutionen hat sich die Oberbürgermeisterin dies zum ehrgeizigen Ziel gesetzt. Mit den Projektpartnern hatte sie im Januar eine Vereinbarungsurkunde zur Projektpartnerschaft „Grüne Insel Kirchberg“ unterzeichnet .

Das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung fördert „Die Grüne Insel Kirchberg“ im Programm „Nationale Stadtentwicklung“ als Modellvorhaben. 174 400 Euro schießt der Bund für das bis Ende März 2011 laufende Projekt mit einem Gesamtvolumen von 340 000 Euro zu.

Grundlage für die Gestaltung des Areals ist eine Freiraumkonzeption, die in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern und den beteiligten Projektpartnern entwickelt wurde. Der Bezirksrat Mitte hatte der Konzeption im Januar zugestimmt.

Im Zentrum des Kirchberggeländes soll demnach eine öffentliche parkartige Freifläche entstehen, die durch ein gut ausgestattetes Wegenetz zu erreichen ist. Die Spielangebote sollen entsprechend den Bedürfnissen der Kinder ausgebaut werden. Neben Spielplätzen für Schulkinder und Treffpunkte für kleine Kinder mit ihren Eltern soll auch ein Angebot für Jugendliche geschaffen werden. Zum Angebot zählen unter anderem eine BMX-Bahn und eine Trainingsstrecke für Trial-Biker sowie eine Grillstelle im Zentrum des Parks.

Auf dem etwas abgelegenen Plateau im Süden des Areals sollen Angebote insbesondere für ältere Bürger geschaffen werden. Der barrierefreie Zugang soll über zwei neue Rampenwege erfolgen. Das Kleinspielfeld im Westen des Kirchbergs soll nach aktuellen Standards saniert werden.

Nordwestlich der Wallenbaumschule entsteht an der Pfarrer-Bungarten-Straße eine neue Kindertagesstätte, die das vorhandene Angebot ergänzt und zur weiteren sozialen Kontrolle der Grünen Insel beiträgt. Die Erschließung des neuen Kindergartens und der vorhandenen Einrichtungen soll künftig ausschließlich von den umliegenden Straßen erfolgen. In der Pfarrer-Bungarten-Straße wird entsprechend das Parkplatzangebot erweitert. Zusätzlich soll nördlich der Sporthalle Wallenbaum ein neuer PKW-Stellplatz entstehen, als möglicher Ersatz für den provisorischen Lehrerparkplatz südlich der Wallenbaumschule.

Nach und nach sollen alle Maßnahmen umgesetzt werden. Mit den Fördermittel aus dem Programm „Nationale Stadtentwicklung“ werden nun erste Bauarbeiten durchgeführt. So wird unter anderem eine Litfasssäule im Zentrum zur Information der Bürger über alle Aktivitäten auf dem Kirchberg errichtet. Der derzeit desolate Bolzplatz wird erneuert, die Arbeiten am Plateau sowie an der Trial-Bahn beginnen. Weiterhin wird ein so genanntes „Zeughaus“ gebaut - als Aufbewahrungsort unter anderem für mobile Spielgeräte, Tische und Bänke mit einer Überdachung zum Aufenthalt bei schlechtem Wetter. Parallel zum Bau des neuen städtischen Kindergartens beginnt die Umgestaltung des Schulhofs der Wallenbaumschule.

Im Zentrum des seit Mai 2009 laufenden Projektes steht aber nicht allein der Umbau der Fläche. Wesentliches Ziel ist es, die gewonnene Steigerung der Qualität nachhaltig zu sichern. „Uns war von Beginn an klar, dass wir das Areal nur dann als beliebten und attraktiven Raum für Freizeitaktivitäten langfristig etablieren können, wenn wir die Beteiligten vor Ort in die Planung, Umsetzung sowie Sicherung der neu gewonnenen Qualität einbeziehen“, erklärt Charlotte Britz. Die Oberbürgermeisterin weiter: „Dadurch können wir gewährleisten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Wohnumfeld identifizieren und ein Verantwortungsgefühl entwickeln. Wir wollen erreichen, dass die Menschen aufeinander und auf ihre Umgebung achten.“

Insbesondere Bewohner mit Migrationshintergrund sollen in die Arbeiten an der „Grünen Insel“ einbezogen werden. Menschen aus 127 Nationen leben in Malstatt. 51,5 Prozent der 400 15- bis 24-Jährigen in dem Stadtteil stammen aus Migrantenfamilien.

Britz: „Mitgestalten bedeutet immer auch gesellschaftliche Integration. Wir werden insbesondere auch arbeitslose Jugendliche mit Umbauarbeiten betrauen. Die eigene Arbeit im Park kann die Wertschätzung und Identifikation mit dem Ort erhöhen. Wir hoffen so den Vandalismus dort eindämmen zu können.“ Den Projektpartnern, insbesondere der ARGE Saarbrücken, dem Stadtteilbüro Malstatt und der Zukunftsarbeit Molschd ist es gelungen, rund 50 Menschen aus Malstatt für eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme zu begeistern. Über ein mehrsprachiges Faltblatt wurde zur Mitarbeit an der Grünen Insel Kirchberg aufgerufen. Die Idee dazu kam von der ARGE Saarbrücken, die die Maßnahme zudem voll finanziert. Die Verantwortung liegt beim Zentrum für Bildung und Beruf (ZBB). Die Immobiliengruppe Saarbrücken stellt ein leerstehendes Ladenlokal für das „Baubüro“ und die Pausenunterkunft in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes zur Verfügung.

Identifikation und Verantwortungsgefühl unter den Bewohnern zu schaffen, könne allerdings kein städtisches Amt alleine schaffen. Dazu müssten vielmehr die Bürgerinnen und Bürger, Kirchen, Vereine, Politik und städtische Experten aus verschiedenen Ressorts einbezogen werden. „Jeder dieser Projektpartner hat seine eigenen Drähte zu den Institutionen und Menschen am Kirchberg. Diese wollen wir durch die Projektpartnerschaft miteinander verknüpfen und so ein umfassendes Netzwerk schaffen. Hierzu zählt unter anderem die Verpflichtung der Projektpartner, an regelmäßigen Treffen teilzunehmen“, sagt die Verwaltungschefin.

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