Kinderhäuser im Regionalverband Saarbrücken
Die Kinderhäuser im Regionalverband Saarbrücken – Wichtige Anlaufstellen für Kinder und Eltern
Vertragsunterzeichnung sichert die Arbeit in den Stadtteilen für drei Jahre
Der Regionalverband Saarbrücken hat den Bestand der Kinderhäuser in Alt-Saarbrücken und im Unteren Malstatt sowie in Brebach und Völklingen bis zum Jahr 2013 gesichert. Bei der Unterzeichnung der Verträge am 15. Dezember im Saarbrücker Schloss sagte Regionalverbandsdirektor Peter Gillo: „Der Regionalverband Saarbrücken will seine Hilfen für Kindern und Familien konsequent fortsetzen.“ Der Regionalverbandstag habe fraktionsübergreifend den Verträgen für die Kinderhäuser mit den jeweiligen Trägern zugestimmt.
Bereits seit 2007 beteiligt sich der Regionalverband Saarbrücken an den damals noch vom Land geförderten Modellvorhaben „Zur Bekämpfung der Auswirkungen der Kinderarmut“. In Alt-Saarbrücken und im Unteren Malstatt wurde erprobt, ob Kinderhäuser Anlaufstellen für Kinder und Eltern werden können und die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren und Institutionen im Stadtteil verbessert werden kann. Noch vor Ende der Laufzeit hatte der Regionalverband als örtlicher Jugendhilfeträger entschieden, zwei weitere Standorte mit in das Programm aufzunehmen und zu finanzieren: Brebach und in Zusammenarbeit mit der Kommune die Innenstadt Völklingens. Peter Gillo: „Negative gesellschaftliche Entwicklungen aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut treffen insbesondere die Städte und Gemeinden. Wir haben diese Problematik schon früh erkannt und neben weiteren Maßnahmen, etwa im Bereich der Frühen Hilfen, aufgrund der guten Ergebnisse der Projekte an den beiden Standorten in Malstatt und Alt-Saarbrücken dann Völklingen und Brebach neu ans Netz gebracht.“ Zur Finanzierung des Personals und der Sachmittel stellt der Regionalverband Saar-brücken im Haushalt 2011 insgesamt 340.000 Euro bereit. Die Stadt Völklingen trägt die Kosten der Immobilie in Völklingen, die Victor’s Unternehmungsgruppe die Kosten der Räumlichkeiten des Kinderhauses Malstatt. Leitungs- und Verwaltungskosten sowie Eigenmittel werden ergänzend durch die jeweiligen Träger eingebracht.
Überzeugend waren dabei für den Regionalverband die positiven Entwicklungen der Kinder, die die Einrichtungen besuchen. Bewährt hat sich auch die gute Zusammenarbeit mit den Fachkräften des sozialen
Dienstes im Jugendamt. Die Orientierung an den Hilfebedarfen der Kinder und Familien sowie die Suche nach Hilfe und Lösungsmöglichkeiten vor Ort sei auch ein Ansatz, den der Regionalverband Saarbrücken in Zukunft noch stärker verfolgen wolle, sagte Gillo. So werden in den Stadtteilen Alt-Saarbrücken und Unteres Malstatt im Rahmen von zwei Pilotstandorten Sozialraumteams gebildet, an denen auch Mitarbeitende aus den Kinderhäusern beteiligt sind.
Getragen werden die Kinderhäuser vom Diakonischen Werk an der Saar gGmbH, von der Paritätischen Gesellschaft für Gemeinwesenarbeit gGmbH und vom Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e.V.. Wolfgang Biehl vom Diakonischen Werk an der Saar bedankte sich im Namen der Träger für die gute Zusammenarbeit mit dem Regionalverband. „Prävention ist unabdingbar für eine zukunftsorientierte Jugendhilfe, die Chancen beinhaltet, Kinder- und Familienarmut auf Stadtteilebene wirkungsvoll zu begegnen“, betonte Biehl den Ansatz der Kinderhäuser. Das Zusammenwirken mit allen Ebenen des Jugendamtes von der Amts- und den Abteilungsleitungen sozialer Dienst und Jugendhilfeplanung über die Regionalleitungen und den zuständigen Jugendhilfeplaner bis zu den Mitarbeitenden im sozialen Dienst in der konkreten täglichen Arbeit sei entscheidend für die bisherigen und zukünftigen Erfolge.
Durch die Vertragsunterzeichnung wird die Grundfinanzierung der Kinderhäuser zugunsten der Kinder und Eltern in den jeweiligen Stadtteilen und auch für unser Personal gesichert. In den Kinderhäusern werden gleichermaßen Kinder und ihre Eltern erreicht. Der niedrigschwellige Ansatz ermöglicht es, dass wertvolle partnerschaftliche Hilfen und Angebote geleistet werden. Bewährt hat sich der Standort unmittelbar im Stadtteil, außerhalb anderer offizieller Institutionen, wie zum Beispiel der Schule. Die externe fachliche Begleitung durch das iSPO Institut gewährleistet Moderation auch in schwierigen Projektphasen und den wissenschaftlichen Blick auf die Arbeit.
Biehl dankte auch den vielen Spenderinnen und Spendern, die auch in finanzkritischen Phasen der Kinderhäuser unterstützt haben: „Durch ihr Engagement haben sie dazu beigetragen, dass Engpässe überwunden werden konnten.“ Er bat auch weiterhin um Unterstützung: Für verschiedene Projekte und Angebote und nicht zuletzt die Ideen unserer Mitarbeitenden, wie die Armutsbiographien der Kinder verändert werden können, seien weiterhin ergänzende Mittel erforderlich.
Kinder aus dem Kinderhaus Alt-Saarbrücken umrahmten die Vertragsunterzeichnung mit einem „Beatbox“-Beitrag, der Imbiss kam aus dem Kinderhaus Brebach. Biehl überreichte Regionalverbandsdirektor Gillo als kleine Erinnerung einen im Kinderhaus Völklingen entstandenen Kalender und das in Malstatt gestaltete „Kinderhaus KochKunst - Buch“.
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