Katholische Kirchen in Malstatt
Katholische Kirchen in Malstatt
Der Ort Malstatt wurde schon im Jahr 960, noch vor Saarbrücken (999), urkundlich genannt, wobei auch schon eine Kirche erwähnt wurde. Der Name leitet sich von einem mittelalterlichen Wort für Gerichtsstätte ab. Malstatt war zunächst im Besitz der Metzer Abtei St. Peter, später stand es unter der Lehnsherrschaft der Grafen von Saarbrücken.
Die katholische Pfarrei Malstatt existierte bis zur Einführung der Reformation 1575. Nach der Wiederherstellung der kath. Pfarrei St. Johann nach dem 30-jährigen Krieg gehörten auch die Malstatter Katholiken zu dieser Gemeinde, zwischen 1803 und 1808 zur Kantonspfarrei Saarbrücken, dann wieder zu St. Johann. Malstatt wurde 1887 Vikarie und am 18. August 1888 als Pfarrei kanonisch errichtet.
Die Kirche St. Josef wurde 1908-10 durch den Architekten Rüppel (Bonn) erbaut. Die Weihe erfolgte am 10. Mai 1911 durch Bischof Michael Felix Korum. Nach schweren Kriegszerstörungen wurde die Kirche 1948 wieder aufgebaut, allerdings wurde die provisorische Turmhaube anstelle des alten 70m hohen Spitzturms beibehalten. Der dreischiffige, neogotische Bau hat durch seine Größe eine starke akustische Wirkung. Die Pfarrkirche St. Antonius an der Lebacher Straße auf dem Rastpfuhl wurde 1929-31 als schlichte Klosterkirche erbaut. Seit 1920 existierte an dieser Stelle ein Kloster des Franziskanerordens. 1937 wurde St. Antonius dann als Expositur der Gemeinde St. Josef ein eigener Seelsorgebezirk. Die Kirche wurde 1944 zerstört und nach dem Krieg wieder aufgebaut. Zur Pfarrkirche einer eigenen Gemeinde wurde sie dann 1954 erhoben, die Seelsorge blieb noch bis zur Aufgabe des Klosters 1999 in der Hand der Franziskanerpatres. Seitdem bildet St. Antonius eine Seelsorgeeinheit mit der Pfarrei St. Paulus.
Die Kirche St. Paulus in der Rheinstraße auf dem Rastpfuhl wurde 1960 nach dem Architekten Fritz Thoma aus Trier erbaut, von dem auch die St. Johanner Kirche St. Elisabeth stammt.
Der Stadtteil Rußhütte hat seinen Namen von der Rußfabrik, die dort früher betrieben wurde. Er gehörte früher zur Pfarrei St. Josef (Malstatt). Ab 1919 wurden in einem Vereinshaus Gottesdienste gehalten, am 1. Oktober 1922 wurde dann die katholische Pfarrei St. Marien Rußhütte eingerichtet. Die Kirche dieser Pfarrei wurde 1927 durch die Architekten Becker und Falkowski (Mainz) erbaut. Konsekriert wurde sie am 10. Oktober 1929 durch Weihbischof Antonius Mönch. 1938 wurde ein Teil der Pfarrei wieder nach St. Josef umgepfarrt. Beim Bombenangriff 1945 wurde die Kirche zerstört und 1947-49 wieder aufgebaut. An der Kirche wurden im Laufe der Zeit einige deutliche Veränderungen vorgenommen. Heute besteht die Pfarrei St. Marien in einer Seelsorgeeinheit mit St. Albert.
Texte von Bernhard Schmidt
http://home.arcor.de/orgel-sb/html/instrumente.html
Die Katholische Pfarrei St. Josef: www.stjosef-saarbruecken.de
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