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Geschrieben von Malteser Hilfsdienst e.V. - Stadtgeschäftsstelle   
Montag, 26. Juli 2010

Malteser aus dem Saarland sind unter den ersten Helfern im Tunnel von Duisburg

Saarbrücken. Die Loveparade in Duisburg wird zur Tragödie: 19 Menschen verlieren ihr Leben. Die Malteser aus Saarbrücken leisten Hilfe am Unglücksort. Nach den traumatischen Erlebnissen kümmern sich Notfallseelsorger nun auch um die Helfer.

Der Malteser Hilfsdienst aus dem Saarland schickt am vergangenen Freitag 18 Helfer zur Unterstützung des Sanitätsdiensts zur Loveparade nach Duisburg. Die Saarländer sind als „Reserve“ eingeteilt und nur wenige hundert Meter von dem Unglücksort entfernt stationiert. Am Samstagnachmittag werden sie zu einem Einsatz in den Tunnel gerufen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Lage noch völlig unklar. Schnellstmöglich eilen die Saarländer zum Unglücksort. Es ist schwer, sich durch die Menschenmenge einen Zugang zu verschaffen. Als die ersten Helfer vor Ort eintreffen, werden sie aufs äußerste gefordert.

Neben einigen anderen Helfern sind die Saarländer als erste Sanitätseinheit im Tunnel. Mit der Unterstützung der Polizei richten sie eine improvisierte Behandlungsstelle ein. Uwe Christmann, Landesgeschäftsführer der Malteser im Saarland, wurde berichtet: „Es haben sich dramatische Szene abgespielt. Einige Helfer haben versucht, leblose Menschen zu reanimieren, andere haben Menschen aus einer Traube von Körpern herausgezogen.“

Die Saarländer helfen, wo sie können. Viele Besucher der Loveparade bieten ihre Unterstützung an und helfen, bis die Verstärkung eintrifft. Ein Sanitäter berichtet: „Ich habe nur noch funktioniert. Irgendwann hat mir jemand auf die Schulter geklopft, um mich abzulösen, da waren zirka zwei Stunden vergangen.“

Nach langen anstrengenden Stunden werden die Saarländer aus dem Einsatz ausgelöst und durch neue Kräfte ersetzt. Sie loben vor allem die organisationenübergreifende Zusammenarbeit aller beteiligten Rettungskräfte. Großes Bedauern löst hingegen die hohe Zahl der Opfer aus.

„Unsere Helfer stehen immer noch unter dem Eindruck der Katastrophe. Sie ist ihnen sehr nahe gegangen“, weiß Uwe Christmann, dass dieser Einsatz körperlich, aber vor allem psychisch viel von seinen Kräften abverlangt hat. Um den Sanitätskräften zu helfen, das Erlebte zu verarbeiten, richteten die Malteser noch am Samstagabend in Saarbrücken ein Hintergrunddienst ein. Führungskräfte der Malteser sowie der Notfallseelsorge und Krisenintervention Saarland (NKS) e.V. beraten den Leiter der saarländischen Einsatzgruppe aus der Ferne und bereiten die Rückkehr nach Saarbrücken vor.

Ab jetzt steht das Wohl der Helfer im Vordergrund. Ingo Vigneron, Landesbeauftragter für Psychosoziale Notfallversorgung der NKS e.V., sagt dazu: „Die Einsatzkräfte sollten nun erst einmal zur Ruhe kommen. Bei Bedarf stehen wir jedem Helfer gerne zur Seite.“ Auch Eberhard Roevenstrunk, Notfallseelsorger und Diakon der Saarbrücker Malteser, steht den heimkehrenden Einsatzkräften als Ansprechpartner zur Verfügung, um Erlebtes zu besprechen und ihnen beim Verarbeiten der Situation beizustehen.

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