Ganztagsgrundschule Rastpfuhl
07.06.2008 Ganztagsgrundschule Rastpfuhl
Landesweit erste Ganztagsgrundschule feiert 20-jähriges Bestehen
– OB Britz: „Schule mit Modellcharakter“
1988 startete die Ganztagsgrundschule Ratspfuhl als Modellversuch auf Initiative der Landeshauptstadt Saarbrücken in Zusammenarbeit mit dem Land. Als saarlandweit erste echte Ganztagsgrundschule (im Gegensatz zu freiwilligen Ganztagsgrundschulen besteht Schulpflicht bis in den Nachmittag) sollte sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Chancengerechtigkeit unserer Kinder fördern.
Heute, 20 Jahre später, ist die Schule nicht mehr aus dem umfangreichen Bildungs- und Betreuungsangebot von Saarbrücken wegzudenken. „Die Ganztagsgrundschule Rastpfuhl kann auf eine 20-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken“, sagte Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz anlässlich der 20-Jahrfeier im Rahmen des Schulfestes auf dem Rastpfuhl.
„Heute steht außer Frage, dass echte Ganztagsgrundschulen die Entwicklung unserer Kinder fördern“, sagte Britz weiter. So werde den Schülern neben dem schulischen Wissen soziale Kompetenz vermittelt. „Teamfähigkeit, die Fähigkeit, Konflikte auf vernünftige Art zu lösen, sind von elementarer Bedeutung für das weitere Leben der Kinder. Ebenso wie Selbstständigkeit. All dies lernen die Schüler hier“, so Britz.
Ganztagsschulen wie auf dem Rastpfuhl fördern, so Britz weiter, Kinder frühzeitig und auf umfassende Weise. Allen Kindern werde ein geordneter Tagesablauf - samt Mittagessen – geboten, was leider keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Zudem erhalten die Schüler die Möglichkeit, ihre Neigungen im vielfältigen Betreuungsprogramm, das von Sport und Bewegung bis hin zu kulturellen und künstlerischen Angeboten reicht, kennen zu lernen. Britz: „Jedes Kind hat Potenzial. Wir müssen jedem einzelnen dabei helfen, es auszuschöpfen.“ Angebote wie das auf dem Rastpfuhl seien dabei hilfreich. „Deshalb befürworte ich die Idee, Ganztagsgrundschulen verpflichtend einzuführen. Denn sie bedeuten mehr Chancengerechtigkeit für unsere Kinder“, erklärte Britz und dankte Schulleiter Günther Kraus - stellvertretend für dessen gesamtes Team - für „die vorbildhafte Arbeit an einer vorbildhaften Einrichtung“.
Über die Jahre hinweg hat sich die Ganztagsgrundschule stets weiterentwickelt, so dass auch heute viele Projekte Modellcharakter haben und als Vorbild für andere Schulen dienen können. „Beispielhaft ist unter anderem, dass Schüler hier ab der 3. Klasse als Mediatoren ausgebildet werden. Die Schüler üben, einen Streit zu schlichten“, sagte Saarbrückens Oberbürgermeisterin. Beispielhaft sei aber auch der integrative Ansatz, den die Schule verfolge. „Keine Ausgrenzung, sondern Integration heißt hier das Motto“, sagte Britz. So konnte unter anderem durch den behindertengerechten Ausbau der Schule erreicht werden, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen können - es gibt etwa einen Aufzug im Schulblock und der Behinderten-WC im Freizeitbereich wurde erst kürzlich fertig gestellt.
„Mein Ziel ist es, in Saarbrücken das Konzept der Ganztagsgrundschule weiter zu fördern, so dass schließlich allen Kindern in unserer Stadt eine Ganztagsgrundschule angeboten werden kann“, erklärte Britz. Der Ausbau der Grundschule Folsterhöhe zur vierten Ganztagseinrichtung in Saarbrücken sei bereits beschlossen, weitere Schulen werden folgen.
„Dafür brauchen wir Partner mit einem gemeinsamen Ziel“, so Britz. Das vier Milliarden Euro schwere Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) der Bundesregierung für den bedarfsgerechten Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen sei ein wichtiger Schritt gewesen. „Weitere müssen folgen. Wir als Kommune jedenfalls werden trotz der angespannten Haushaltslage nicht im Bereich der Bildungs- und Betreuungsangebote sparen. Denn jeder Euro ist eine Investition in unsere Zukunft“, sagte Britz.
Hintergrund:
Neben der Schulpflicht bis in den Nachmittag sind die zentralen Kriterien einer echten Ganztagsgrundschule unter anderem:
- · auf Vor- und Nachmittag verteilter Unterricht
- · warmes, kindgerechtes Mittagessen für alle Schüler
- · alle Hausaufgaben werden in der Schule erledigt
- · Kooperation von Lehrern, Erziehern und Sozialarbeitern
- · gut ausgestatteter, an den Bedürfnissen der Kinder ausgerichteter Freizeitbereich
Die echte Ganztagsgrundschule Rastpfuhl besuchen zurzeit 198 Kinder in acht Klassen. Pflichtunterricht ist montags bis donnerstags von 8 bis 15.45 Uhr, freitags bis 12.20 Uhr. Innerhalb der dieser Zeiten sind Freizeitangebote (unter anderem in den Bereichen Musik, Theater, Kultur und Sport) untergebracht. So wird gewährleistet, dass alle Kinder – ungeachtet ihrer sozialen Herkunft – persönliche Interessen und Neigungen ausleben können. An der Ganztagsgrundschule arbeiten:
- · 16 Lehrerinnen und Lehrer (8Teilzeit)
- · 2 Sozialpädagogen · 4 Erzieherinnen (Teilzeit)
- · 3 Sonderpädagoginnen (Teilzeit)
- · 5 Integrationshelferinnen und -helfer
- · 1 Schulsekretärin (Teilzeit)
- · 3 Küchenfrauen (Teilzeit)
- · 2 Hausmeister (gemeinsam mit der Nachbarschule)
- · Und 4 freie Mitarbeiterinnen
Die Ganztagsgrundschule Wiedheck in Brebach ist die zweite echte Ganztagsgrundschule in Saarbrücken. In beiden Schulen wird die Betreuung der Kinder von Personal der Landeshauptstadt übernommen. Die Stadt Saarbrücken hat 2007 12,85 Millionen Euro in seine Schulen investiert, für 2008 sind 13,05 Millionen Euro veranschlagt.
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